Ausbildung: Gehen Deutschland die Azubis aus?

Im vergangenen Jahr ist die Zahl an Ausbildungsstellen auf ein historisches Tief gesunken. Setzt sich dieser Trend in der Ausbildung weiter fort, ist ein erheblicher Fachkräfteengpass zu erwarten. adesta hat bereits im vergangenen Jahr ein Zeichen gesetzt und sein Ausbildungsangebot trotz Wirtschaftskrise aufrechterhalten. Genauso wird es auch in diesem Jahr sein. Das ist aber nicht das Einzige, was wir gegen den drohenden Fachkräftemangel in petto haben…

Ausbildungsjahr 2021/22 – es herrscht Aufbruchsstimmung unter Azubis

Diese Zahlen bereiten Sorgen: Die Anzahl der Bewerber ging im Ausbildungsjahr 2020/21 um zehn Prozent zurück und das Lehrstellenangebot schrumpfte laut Bundesagentur für Arbeit im selben Zeitraum um fünf Prozent. Der Auslöser: Die Corona-Pandemie. Während viele Arbeit­geber 2020 wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten Ausbildungsplätze in großer Zahl strichen, sahen auch viele angehende Azubis im vergangenen Jahr von einer Bewerbung ab. Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, wie eine Ausbildung unter Pandemiebedingungen aussehen soll. Erschwerend kam hinzu, dass Berufsberatungen sowie Ausbildungsmessen nicht stattfanden und Unternehmen kaum mehr Praktika zur beruflichen Orientierung anboten.

Die Corona-Pandemie hat vor ei­nem Jahr also tiefe Schneisen in den Ausbildungsmarkt gegraben. Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung gibt für das aktuelle Ausbildungsjahr aber Grund zur Hoffnung. Auf Seiten angehender Azubis herrscht ganz offensichtlich wieder Aufbruchsstimmung. „Eine berufliche Ausbildung – sei sie dual oder vollzeitschulisch – ist für junge Menschen in Deutschland hoch attraktiv: 43 Prozent aller befragten SchülerInnen haben fest vor, eine Ausbildung zu machen, weitere 35 Prozent haben sich noch nicht entschieden“, heißt es in der Studie.

Unternehmen scheinen noch zurückhaltend zu sein

Aber ob sich auch die Ausbildungswilligkeit auf Seiten der Unternehmen verbessert hat? Die von der Bertelsmann-Stiftung befragten SchülerInnen sind sich da nicht so sicher. Mehr als ein Drittel (33 Prozent) hat den Eindruck, es gebe zu wenig Ausbildungsplätze. Bei jungen Menschen mit niedriger Schulbildung ist es sogar fast die Hälfte (44 Prozent). Aktuelle Zahlen, die diesen Eindruck der angehenden Azubis bestätigen, liegen zwar seitens der Bundesagentur der Arbeit nicht vor. Sicher ist nur: Ein weiteres Flautenjahr innerhalb der betrieblichen Ausbildung hätte gravierende Auswirkungen.

Starten in 2021/22 erneut weniger junge Menschen in den Beruf, wird das den Fachkräftemangel, mit dem heute schon viele Branchen zu kämpfen haben, in ein paar Jahren zusätzlich extrem verstärken. Die jungen Fachkräfte, die heute nicht ausgebildet werden, fehlen schließlich morgen auf dem Arbeitsmarkt. Als Ausbildungsbetrieb nimmt adesta die unter­nehme­rische Verantwortung ernst und trägt seinen Teil dazu bei, die bevorstehende Ausbildungslücke so gering wie möglich zu halten. Schon im vergangenen Jahr haben wir – trotz wirtschaftlicher Heraus­forderungen aufgrund der Pandemie – weiter ausgebildet. Und auch für dieses Jahr suchen wir wieder nach angehenden Personaldienstleistungskaufleuten.

Bewusste Investition in die nachfolgende Generation

„Wir investieren bewusst in die nachfolgenden Generationen und wissen, dass es nur funktionieren kann, wenn wir unser Expertenwissen und Know-how weitergeben. Dazu engagieren wir uns mit viel Leidenschaft und persönlichem Einsatz. Die Auszubildenden bekommen die Chance, ihre Talente und Fähigkeiten zu entdecken und wir begleiten sie dabei ganzheitlich“, sagt Zorica Stojanova, Ausbildungsleiterin bei adesta.

Viktor, der im vergangenen Jahr die Lehre zum Personaldienstleistungskaufmann bei adesta begonnen hat, hat sich trotz sehr gutem Abschluss nach sei­nem Abitur zunächst einmal ganz bewusst gegen ein Studium und für eine Lehre entschieden. „Nach der ganzen Theorie in der Schule wollte ich erstmal Praxisluft schnuppern“, sagt er selbst: „Außerdem möchte ich die Möglichkeit nutzen, mich als junger Mensch persönlich weiterzuentwickeln, neue Stärken zu entdecken aber auch meine Schwächen zu verbessern. adesta ermöglicht mir innerhalb meiner Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann, meine Talente und Fähigkeiten zu entwickeln und mich so optimal auf das Berufsleben vorzubereiten. “

Klares Bekenntnis zum Ausbildungsbetrieb

Mit dem klaren Bekenntnis zur Be­glei­tung von jungen Menschen endet die gesellschaftliche Verantwortung, die adesta mit der Aufrechterhaltung als Ausbildungsbetrieb übernimmt, aber nicht. Mit unserer Stiftung unter­stützen wir außerdem SchülerInnen unter dem Motto „Du bist es wert!“ gezielt vor ihrem Schul­abschluss in ihrer Berufs­orientierung. Das beginnt mit dem Kennenlernen der eigenen Stärken bis hin zur konkreten Vor­stel­lung davon, welcher Karriereweg der richtige sein kann. Mittels wissen­schaftlich zertifizierter Testarien finden die SchülerInnen heraus, wo die eigenen Begabungen und Talente liegen. Im nächsten Schritt folgt der Abgleich: Welche Studienfächer und Ausbildungsberufe passen besonders gut zu dem eigenen per­sön­li­chen Profil? In Seminaren erhalten die SchülerInnen Hilfestellungen rund um die „richtige“ Berufswahl.

Sie können Ih­ren Ausbildungsauftrag nicht wahrnehmen? Wir haben die Lösung!

Arbeit­geber, die ihren Ausbildungsauftrag in diesem Jahr nicht wahrnehmen können, sind herzlich eingeladen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auf andere Weise nachzukommen. Tragen Sie als Förderer oder Kooperations­partner der adesta Stiftung dazu bei, dass angehende Fachkräfte den richtigen Weg einschlagen. Eine Kooperations­­partner­schaft reicht von der finanziellen Un­ter­stüt­zung unserer Stiftungsarbeit durch Spenden bis zur Bereitstellung von pas­sen­den Dienst­leis­tungen, Arbeitsmitteln oder der Ver­mitt­lung von Praktika.

Sie sehen: Es gibt immer einen Weg, einen po­si­ti­ven und nachhaltigen Beitrag zu leisten!

 

Susanne Schulz Autorin des adesta-Blogs

Susanne Schulz