06.10.2016 | Presse

Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) veranstaltet fünftes Potsdamer Rechtsforum

adesta war mit der Geschäftsführung Susanne und Michael Schulz vor Ort um sich aktuell über die Novelle des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zu informieren, begleitet von Zorica Stojanova (Division Manager Commercial) und Eleftherios Tzanis (Division Manager Industrial & Technical)

Offizielle Stellungnahme des iGZ-Verbandes:
„Es ist schon paradox“, fasste Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), zusammen: „Alle Welt diskutiert darüber, dass Arbeit flexibler, vernetzter und digitaler wird. Und genau jetzt muss die Zeit­ar­beits­bran­che gegen ein Gesetz kämpfen, dass die Branche weiter reguliert, bürokratisiert und dadurch Fle­xi­bi­li­tät einschränkt.“ Beim 5. Potsdamer Rechtsforum ging er in sei­nem Grußwort vor rund 300 Teilnehmern auf die geplante Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes ein. „Die Politik nimmt kleine Einzelfälle zum Anlass, der ganzen Branche neue Hürden aufzubürden“, ärgerte er sich. In der Vergangenheit hätten die Tarifpartner immer wieder bewiesen, dass sie in der Lage seien, Fairness und Fle­xi­bi­li­tät zusammenzubringen. Der Gesetzgeber hingegen schaffe immer neue starre Korsettstangen. Stolz forderte die Bundesregierung auf, den Tarifpartnern die nötige Beinfreiheit zu lassen und die Tarifautonomie nicht weiter einzuschränken. „Die Einsatzbranche darf, aber kann nicht. Die Zeit­ar­beits­bran­che darf nicht, aber könnte“, kommentierte Prof. Dr. Martin Franzen, Juristische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München, die geplante Beschränkung auf Tarifverträge der Einsatzbranche bei der Höchst­über­lass­ungs­dauer. Das Fazit von Franzen fiel auf Basis seiner Analysen dementsprechend vernichtend aus: Der Gesetzentwurf wolle mit den Regelungen dem Missbrauch der Zeitarbeit begegnen und sie auf ihre Kernfunktionen reduzieren. „Allerdings bleibt der Gesetzgeber die Definition schuldig, was Missbrauch überhaupt ist und was er unter den Kernfunktionen der Zeitarbeit versteht. Die Zeit­ar­beit­neh­mer verlieren ihren Schutz nach 18 Monaten“, urteilte der Referent und ergänzte: „Das ist unzulässig, wenn der Gesetzgeber gleichzeitig den Gleichheitsgrundsatz verwirklicht. Das erscheint mir nicht sachgerecht.“
Weitere Informationen finden Sie hier:

(v.l.n.r.): S. Schulz, Z. Stojanova und E. Tzanis